Wer Erftstadt mit der Eisenbahn erreichen will, kann dies von Köln aus über die Strecke in Richtung Euskirchen tun. Haltepunkt ist der Bahnhof in Liblar, von wo aus man mit dem Bus weiterfahren kann.Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war es möglich, mit dem von Dampflokomotiven gezogenen Eisenbahnwaggons in Richtung Ville und Voreifel zu reisen. Grund für diese Entscheidung war, die Brikettfabriken, die die Braunkohle der nahe gelegenen Gruben verarbeiteten, an die bestehenden Staatsbahnlinien anzuschließen und so die Güter hinunter zu den Schiffen an den Rhein zu bringen.
1903 übernahm die Mödrath-Liblar-Brühler Eisenbahn AG mit Sitz in Köln die in den Jahren zuvor erbauten ursprüngliche Schmalspurstrecken der damaligen „Kleinbahn Mödrath-Liblar-Brühl“. Die etwa 21 Kilometer lange Strecke führte von Mödrath über Türnich und Balkhausen nach Brüggen und weiter über Kierdorf, Zieselsmaar und Köttingen nach Liblar. Von dort ging es dann weiter über die Brühler Braunkohlegruben zum Bahnhof Brühl, Kaiserstraße, und bis nach Vochem.
Der Höhepunkt der Personen- und Güterbeförderung auf den Streckenabschnitten lag wohl in den beiden ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Damals übernahm die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung die Strecke. Durch den Braunkohleabbau wurde 1942 eine erste Streckenverlegung notwendig, in den fünfziger und sechziger Jahren verschwand die Strecke durch den immer weiter um sich greifenden Tagebau fast gänzlich. Das letzte Teilstück wurde 1966 stillgelegt. Noch heute gibt es Teile des Bahndamms am westlichen Tagebaurand zwischen Türnich und Horrem zu sehen.