Als sie ein Kind war, wollte sie Tänzerin werden. Auf der Bühne, da hätte sie sich wohlgefühlt, auch wenn sie keine „Schwanenfigur“ hatte. Heute klebt ihr Bild auf großen Werbetafeln und Plakaten an den Haltestellen der Kölner Verkehrs-Betriebe. Rote Rosen rahmen ihr Gesicht. Was ihr schon einen Spitznamen eingebracht hat: Als „Rosenfrau“ wirbt sie für das Aktiv60Ticket der Kölner Verkehrs- Betriebe. Mit diesem Fahrschein, den es als Monatsticket im Abo gibt, können Personen ab 60 Jahren rund um die Uhr alle Busse und Bahnen in Köln für 45,90 Euro (Tarifstufe 1b) nutzen.
Zweite Karriere.
„Seniorenmodel“ nennt sich Ingrid H., aber auch Komparsin. Nachdem sie sich als Psychotherapeutin zur Ruhe gesetzt hatte, kam sie auf die Idee mit der Künstleragentur. „Schließlich bin ich als junge Frau schon mal über den Laufsteg gegangen. Damals hatte ich noch Größe 38, das war sehr gefragt“, sagt die 62 Jahre alte Wuppertalerin. Sie war auch schon im Fernsehen zu sehen: Als Hundebesitzerin in einer Serie über Betrugsfälle, und in einem neuen Film mit Benno Führmann spielt sie eine Mathematiklehrerin. „Ich habe beim Dreh auch ein paar Sätze gesprochen, aber natürlich weiß man nicht, was später noch rausgeschnitten wird“, sagt sie bescheiden.
Spannung muss sein.
Ohnehin ist der Wuppertalerin das Model- Business lieber. „Bei einem Fotoshooting weiß ich mittlerweile genau, was auf mich zukommt. Als Komparsin muss ich sehr viel warten.“ Beim Posieren als „Rosenfrau“ ging alles sehr viel schneller.
Ausreichend Hobbys.
Da sie in Wuppertal wohnt und die KVB ja nur in Köln plakatiert, hat sie ihr eigenes Bild nur einmal in einem sehr kleinen Format gesehen. „Die KVB hätte mir auch ein Plakat zugesandt. Aber: Was soll ich mit meinem riesigen Bild zu Hause?“ Überhaupt: Das Modeln mache zwar Spaß. Aber das Karrierefieber hat Ingrid H. nicht gepackt. „Wenn die Spannung nachlässt, höre ich es einfach wieder auf. Ich kann mir ebenfalls sehr gut vorstellen, einfach nichts mehr zu machen.“ Schließlich hat eine Frau wie Ingrid H. abseits ihres beruflichen Engagements noch genug Hobbys.
Mobil auch ohne Auto.
„Ich würde gerne mal eine Dampfschifffahrt auf der Donau machen. Von Wien nach Budapest. Oder überhaupt europäische Städte besichtigen.“ Den öffentlichen Verkehrsmitteln wird sie dabei allerdings vermutlich die Treue halten. Ihr eigenes Auto hat sie nämlich vor acht Jahren verschenkt. „Im Winter war es immer stressig. Da hatte ich keine Lust mehr.“ Seitdem ist sie treue Nutzerin von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wobei sie lieber in der Nähe bleibt. „Was mir nicht liegt, sind ewig lange Strecken beispielsweise mit dem Flugzeug.“ Lieber fährt sie mit dem Zug einfach nur nach Köln und bummelt am Rhein entlang.
Aktiv60Ticket – für Unternehmungslustige
Das Ticket gilt rund um die Uhr.
Besonderes Plus: Wochentags ab 19 Uhr und ganztägig an Wochenenden
kann im erweiterten VRS Netz herumgefahren werden. Dann können zusätzlich eine Person über 14 Jahren, bis zu drei Kinder unter 14 Jahren oder ein Fahrrad gratis mitgenommen werden.
www.kvb-koeln.de